Aktuelles 2021-03 - Gymnasium "Friedrich Schiller" Bleicherode

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Auf den Spuren der jüdischen Gemeinde in Bleicherode

Wir – die Klassenstufe 8 – sind während unseres Wandertages den örtlichen Besonderheiten des jüdischen Lebens in Bleicherode gefolgt. Frau Meißner führte uns zum Standort der niedergebrannten Synagoge, wo eine Gedenktafel an die Zerstörung der Bleicheröder Synagoge erinnert. Gegenüber lebte, wie wir erfuhren, die Familie Frühberg. Der letzte Nachfahre Dr. Frühberg musste einige Jahre nach der Zerstörung der Synagoge fliehen, wurde aber bald von einer Bleicheröderin verraten. Nachdem er, anders als seine Frau, die Gefangenschaft überlebte, kehrte er nach Bleicherode zurück, suchte und fand die Frau, die ihn verriet. Diese Geschichte hat vor allem die „echten“ Bleicheröder unter uns Schülern betroffen gemacht.
Mit gedrückterer Stimmung liefen wir zum jüdischen Friedhof, welcher sich am Vogelberg befindet. Interessant waren der treppenartige Aufbau und die Inschriften auf den Grabsteinen. Wer des Hebräischen nicht mächtig ist, findet auf manchen Steinen die deutsche Übersetzung auf deren Rückseite. Unser weiterer Weg führte uns am Schwanenteich vorbei zur Talstraße 14, wo sich die einzigen Stolpersteine Bleicherodes befinden – Steine zur Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Bewohner dieses Hauses.
Eine Schülerin zeigte uns die Reste der Stadtmauer, die wir in der Hagenstraße entdeckten.
In der Alten Kanzlei angekommen, hielt Herr Dr. Thost einen interessanten Vortrag über die jüdische Gemeinde von Bleicherode, welche zu ihrer Zeit eine der größten im Landkreis war.
Danach betrachteten wir die einzigartigen Ausstellungsobjekte in der oberen Etage der Kanzlei, wo einst die Gräfin von Hagen Räume zum Beten für jüdische Mitbewohner zur Verfügung stellte. Bei dem Verzehr von Eis und leckeren Würstchen klang unser anstrengender, aber auch sehr informativer Wandertag aus. Wir danken allen, die uns dies ermöglichten.

S. Schirmer, Klasse 8a

Am Dienstag, den 22.09.2020 waren die achten Klassen des Friedrich-Schiller-Gymnasiums mit ihren Lehrerinnen Frau Spieß und Frau Engel sowie Frau Meißner in der „Alten Kanzlei“ von Bleicherode. Um 8:00 Uhr ging es los und wir liefen als erstes zum Judenfriedhof. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem Platz vorbei, wo einst eine sehr schöne Synagoge stand, welche durch einen faschistischen Brandanschlag restlos niederbrannte. Dort erinnert jetzt ein Denkmal an diese. Gegenüber steht die so genannte Frühberg-Villa, die vom jüdischen Kaufmann Dr. Frühberg erbaut wurde. Frau Meißner informierte uns über das Leben der Juden hier in Bleicherode, die vielen Bleicherödern in ihren Fabriken Arbeit gaben. Anschließend setzten wir unseren Weg zum jüdischen Friedhof fort. Dort angekommen, betrachteten wir die alten Grabmäler, die schon bereits seit 1600-1700 dort stehen. Uns wurde gesagt, dass dieser Friedhof schon „voll“ sei und deswegen sehr überwuchert und vor allem abgeschlossen ist. Nachdem wir uns alles angeschaut hatten, ging es nun zur Alten Kanzlei. Auf dem Weg gingen wir durch die Talstraße, wo Frau Meißner uns zwei „Stolpersteine“ zeigte, die dort am 4. Mai 2006 zu Ehren von Elly und Leopold Stein verlegt wurden. Am Ziel teilten sich die beiden Klassen. Wir, die 8b, gingen zuerst zum Eiscafé Papst und aßen dort ein leckeres Eis. Als wir dann mit der 8a tauschten, durften wir nun in die ehemaligen Beträume der Juden gehen. Dr. Thost erzählte uns viel über die Geschichte der Juden und dass sie sehr viele Villen erbaut haben. Am Bau des Krankenhauses und des Freibads waren sie auch beteiligt. Ohne sie würde Bleicherode jetzt ganz anders aussehen, denn die Juden waren meistens reicher und gebildeter als die Christen. Zum Schluss durften wir uns alte Papiere und Quellen, die die Mitglieder des Vereins „Alte Kanzlei e. V.“ gefunden beziehungsweise erhalten haben, ansehen. Wenn man als Schüler die Möglichkeit hat, sich etwas derartig Einmaliges aus der Heimat anzuschauen und an einer Führung teilzunehmen, sollte man diese Chance unbedingt nutzen. Es war ein sehr informativer und abwechslungsreicher Tag.
Wir, die Schüler der achten Klasse des Friedrich-Schiller-Gymnasiums, möchten uns auf diesem Weg recht herzlich bei unseren Lehrerinnen und Herrn Dr. Thost bedanken.

Z. Iseke & M. Pape, Klasse 8b
 
 
 
 
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