Aktuelles 1920-10 - Gymnasium "Friedrich Schiller" Bleicherode

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Endlich mal raus aus der Schule …

Aber wohin geht’s denn heute? Wir, die 30 Schüler der Klasse 5a des Schillergymnasiums Bleicherode, hatten einmal etwas anderes vor. Weil wir im Moment keine eigene Schulbibliothek haben, da sich unsere Schule im Umbau befindet, besuchten wir die Stadtbibliothek in Bleicherode. Dort empfing uns die neue Bibliothekarin Frau Schinkel sehr herzlich und lud uns in ihre urgemütliche Leseecke ein. Hier lasen wir u. a. von den Besenbindern, Bärenfängern und dem Schneckenhengst, also die Sagen aus Bleicherode und unseren zahlreichen Dörfern, aus denen wir alle kommen. Außerdem konnten wir so manche fantastischen Schätze an interessanten Büchern erkunden, die wir uns demnächst ausleihen werden. Aber das alte Gebäude der Alten Kanzlei beherbergt nicht nur die Bibliothek und die Musikschule, sondern auch und vor allem die Ausstellung über die jüdischen Mitbewohner Bleicherodes. Hier führte uns unsere Lehrerin Frau Winter in einige Besonderheiten des jüdischen Glaubens und Lebens ein. Uns wurde bewusst, was die Familien Helft, Frühberg und Bleichröder, Beyth sowie Rothenberg, Schönheim u.v.a.m. für die Stadt Bleicherode geleistet haben. Das schöne Freibad und das Krankenhaus waren mit ihrer Hilfe erbaut worden, außerdem schmückten sehr viele ihrer Häuser das Stadtbild. Gestaunt haben wir über die religiösen Besonderheiten des jüdischen Lebens. Wir verstehen nicht, warum den Juden so viel Schlechtes nachgesagt wird. War Jesus denn nicht auch Jude? Beim Rundgang durch die Wohnung der Gräfin von Hagen wurde uns bewusst, wie tolerant diese Frau schon vor 300 Jahren war! Sie hatte einen Teil ihrer Räume für die jüdische Bevölkerung, die zeitweise mehr als ein Zehntel der Bevölkerung Bleicherodes ausmachte, als Betraum zur Verfügung gestellt. Sehr genau schauten wir uns das Foto vom kleinen Karl Beyth an, der die beiden Menoren in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 aus der brennenden Synagoge Bleicherodes rettete. Somit blieben auch unsere Fragen über das Überleben der Bleicheröder Juden nicht aus. Uns wurde bewusst, dass wir noch längst nicht alles aus unserer Geschichte wissen oder gar begreifen können. Dazu haben wir ja auch noch mehr als sieben Jahre Zeit. Auf dem Weg zur Alten Kanzlei sahen wir den Standort der Synagoge mit dem Gedenkstein. Die Lernzeit außerhalb der Schule war viel zu kurz, so dass wir uns eine weitere Exkursion z. B. zum jüdischen Friedhof wünschen. Bedanken möchten wir uns auch bei Herrn Aurin, der uns als künftiger Geschichtslehrer ausdauernd und einfühlsam begleitete.

Die Schüler der Klasse 5a
 
 
 
 
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