Aktuelles 1718-10 - Gymnasium "Friedrich Schiller" Bleicherode

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Helfen Dialoge und Fragenstellen wirklich? Die Deutschen sind gar keiner Arier.

Anlässlich des 79. Jahrestages der Reichspogromnacht fand im Schillergymnasium eine gut besuchte, von der Konrad-Adenauer-Stiftung organisierte Veranstaltung statt. Eingeladen war die afrodeutsche Moderatorin, Dozentin und Schauspielerin Mo Asumang. Der Bürgermeister Herr Rostek eröffnete die Lesung auch mit dem Hinweis darauf, dass sich viele Bleicheröder um geflüchtete Menschen aus Kriegsgebieten kümmern und helfen wollen. „Rassismus darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.“ Nach einer Morddrohung aus der rechten Szene bekämpfte Frau Mo Asumang ihre Ängste mit der offenen Konfrontation mit rechten Hasspredigern. Nach klangvollen Gitarrenklängen und engagiertem Liedvortrag des Musikers Gäßlein erfuhren die ca. 100 Anwesenden von den mutigen Begegnungen der Autorin mit pöbelnden Neonazis in Deutschland, mit Anhängern des Ku-Klux-Klans in den USA oder auf einer Neonazi-Dating-Plattform. Mit ihrer besonderen Fähigkeit, mittels ihrer offenen und positiven Art sowie mit Nachfragen statt Diskussionen und Belehrungen auf ihr Gegenüber zu- und einzugehen, entlarvt sie die Haltlosigkeit der absurden radikalen Thesen, zumindest beim Publikum. In ihrem Buch „Mo und die Arier. Allein unter Rassisten und Neonazis“ sowie in ihrem Film vermittelt sie die Erkenntnis, dass das „Deutsch-Sein“ nicht das geringste mit Ariern zu tun hat, die im heutigen Iran und Indien leben. Während sich das erwachsene Publikum am Abend in der Diskussion mehr den Ursachen und pädagogischen Folgerungen im Kampf gegen den breit gefächerten Rassismus auch im Alltag widmete, drückten die Zehntklässler bei ihrem Treffen mit Mo am darauffolgenden Tag mehr ihren „größten Respekt“ und ihre „Achtung vor dem Mut“ von Mo Asumang aus. Diese Unterrichtsstunde führte in einzigartiger Weise bei den Schülern zum Nachdenken und zur ehrlichen Ergriffenheit. Sie fragten sich jedoch auch, ob sie die von Mo gefundene und erprobte Methode einfach so übernehmen können: Ohne laufende Kamera sich den Rassisten gegenüberstellen und die Macht der Worte wirken lassen? Dennoch können auch sie ihre menschlichen Werte in ihrem Umfeld umsetzen, nach dem Grundsatz: Was du nicht willst, das man dir tut, das füge keinem anderen zu.

S. Winter
 
 
 
 
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