Aktuelles 1617 31 - Gymnasium "Friedrich Schiller" Bleicherode

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Grausames Spiel vor und nach der Ehe

Offensichtlich sind die Schüler des Schillergymnasiums besonders Shakespeare-affin. Dem vor kurzem von der 10. Klasse aufgeführten „Sommernachtstraum“ folgte die Komödie „Viel Lärm um nichts“ der Neuntklässler des Kurses „Darstellen und Gestalten“. Aufgrund des akuten Männermangels mussten viele Rollen von den Mädchen übernommen werden, was pikanterweise auch im Elisabethanischen Theater der Shakespeare-Zeit, nur unter umgekehrter Geschlechterbesetzung, stattfand. Damals wurde Julia also von einem Jungen gespielt, der noch nicht im Stimmbruch war, während am Abend des 12. Mai 2017 Clara Engelmann die Rolle des Prinzen durchaus charmant übermittelte. Leonie Leunig umwarb als Claudio die schöne Hero, dargestellt von Fabienne Fiedler. Die Schauspieler mussten nicht nur die vielen Monologe mit dem typischen spitzfindigen Wortwitz auswendig wiedergeben, die leider nicht überall verständlich waren, sondern auch mehrere Rollen besetzen. Vielleicht bietet die bereits projektierte neue Aula in absehbarer Zeit bessere akustische Verhältnisse. Besonders viel Wert legten die Akteure auf die akkurate Befestigung der Bühnenrückwände, deren Wäsche-Aufhäng-Technik gleichsam als unterhaltsame Pausenfüller diente. Mit vielfältigen Intrigen und Wortgefechten wurden an diesem Abend zwei Liebespaare verkuppelt, deren Zuneigung und Treue immer wieder bewiesen werden mussten: Claudio liebt Hero und Beatrice, dargestellt von Chestelle Pohl, kann Benedikt für sich gewinnen, welcher von Elisa Rostek auf die Bühne gebracht wurde. Während Mary Stilzebach in den Rollen des Konrad und des Mönchs glänzte, überzeugte Marie Seidenstücker in der des Fürsten von Messina, Leonato. Alexander Lewin brillierte als Holzapfel genauso wie Marvin Lübbecke als Antonio. Dass Shakespeares Verwirrspiel den Zuschauer durcheinanderbringt, ist durchaus gewollt und im Sinne des Autors. Für die textliche Sicherheit sorgte Julian Lehr als Souffleur. Im Interesse der betreuenden Lehrer Frau Engel, Frau Kunze und Herr Englert lag es während des zurückliegenden Schuljahres, die Truppe immer wieder zu motivieren, sie an ihre Grenzen zu führen und auftretende Probleme zu lösen. Dafür zollten die Schauspieler auf Zeit herzlichen Dank und nahmen diesen ihrerseits vom durchaus amüsierten Publikum in Empfang, das dem Spektakel und Spiel mit den Gefühlen vor und nach der Ehe intensiv gefolgt ist.

S. Winter
 
 
 
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü